Eine bearbeitete Bohrung kann ihren Nenndurchmesser einhalten und im Betrieb dennoch versagen.

Die Bohrung kann leicht konisch, unrund, tonnenförmig, an den Enden aufgeweitet oder für einen Kolben, eine Dichtung, ein Lager oder ein präzises Gleitelement zu rau sein. Solche Fehler sind besonders relevant, wenn die Bohrung Ausrichtung, Leckage, Reibung, Schmierung oder Lebensdauer bestimmt.

Hier bietet sich CNC-Honen an.

Honen ist ein abrasives Präzisionsfinish, das vor allem Maßgenauigkeit, Geometrie und Oberflächenzustand einer vorhandenen Bohrung verbessert. Anders als Bohren oder Ausdrehen trägt es normalerweise nur wenig Material ab. Es erzeugt keine Bohrung im Vollmaterial, sondern bringt eine vorbearbeitete Bohrung in ihren endgültigen funktionsgerechten Zustand.

Moderne CNC-Honleistungen kommen bei Hydraulikkomponenten, Automobilteilen, Ventilkörpern, Lagerbohrungen, Präzisionshülsen, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt und weiteren Anwendungen zum Einsatz, deren Innendurchmesser höhere Anforderungen stellt, als normale Bearbeitung zuverlässig erfüllt.

Dieser Leitfaden erklärt den Honprozess, korrigierbare Fehler, mögliche Oberflächen und wann Präzisionshonen für eine Bohrung vorgeschrieben werden sollte.

Was ist CNC-Honen?

CNC-Honen ist ein gesteuerter abrasiver Bearbeitungsprozess: Honsteine berühren die Innenfläche einer Bohrung, während das Werkzeug rotiert und sich entlang der Bohrungsachse hin- und herbewegt.

Die kombinierte Dreh- und Axialbewegung erzeugt den typischen Kreuzschliff gehonter Oberflächen.

Statt einer einzelnen Schneide verwendet das Honwerkzeug abrasive Steine mit kontrolliertem Kontakt zur Bohrung. Der Materialabtrag erfolgt schrittweise über eine relativ große Kontaktfläche.

Dadurch eignet sich Honen besonders zur Verbesserung von:

  • Bohrungsdurchmesser
  • Rundheit
  • Zylindrizität
  • Geradheit
  • Konizität
  • Oberflächenrauheit
  • Oberflächentextur
  • Trag- oder Dichtungseigenschaften

In der Produktion ermöglicht die CNC-Steuerung eine gleichmäßige Regelung von Spindeldrehzahl, Hublänge, Hublage, Vorschub, Zustelldruck und Schlichtzyklen.

Das Ergebnis ist eine wiederholbare Innenhonbearbeitung für Präzisionsprototypen und Serienteile.

Warum werden bearbeitete Bohrungen gehont?

Bohren, CNC-Ausdrehen und Reiben können genaue Bohrungen erzeugen, hinterlassen aber jeweils gewisse Geometrie- und Oberflächenfehler.

Bei vielen gewöhnlichen Durchgangsbohrungen ist das unerheblich.

Bei einer hydraulischen Schieberventil- oder Präzisionskolbenbohrung können dagegen wenige Mikrometer Geometriefehler die Funktion direkt beeinflussen.

Eine Bohrung kann den richtigen gemessenen Durchmesser haben und dennoch verschiedene Formfehler aufweisen.

Unrundheit

Statt ideal kreisförmig zu sein, kann die Bohrung mehrlappig oder oval sein.

Mögliche Ursachen sind:

  • Werkzeugdurchbiegung
  • Spannverformung
  • Werkstoffspannungen
  • Unterbrochener Schnitt
  • Spindelfehler der Maschine
  • Vorherige Bearbeitungsschritte

Präzisionshonen trägt Erhebungen am Umfang ab und verbessert die Rundheit der Bohrung.

Konizität

Eine Bohrung kann entlang ihrer Länge allmählich größer oder kleiner werden.

Das tritt häufig bei langen Bohrungen auf, wenn Werkzeugdurchbiegung oder thermische Einflüsse das Ausdrehen beeinträchtigen.

Da das Honwerkzeug entlang der Bohrung arbeitet, lässt sich der Prozess zur Korrektur der Konizität anpassen.

Tonnenform

Die Bohrung ist in der Mitte größer als an den Enden.

Ursachen können Schnittbedingungen, Werkzeuggeometrie oder das Verhalten vorheriger Feinbearbeitungen sein.

Kontrollierte Honhübe können diesen Formfehler korrigieren helfen.

Aufgeweitete Bohrungsenden

Ein oder beide Enden der Bohrung sind größer als die Mitte.

Dies entsteht häufig, wenn ein Schneid- oder Schleifwerkzeug zu lange am Bohrungseingang verweilt.

Eine geeignete Hubsteuerung bei der Honbearbeitung von Bohrungen kann diesen Fehler verringern.

Unzureichende Oberflächengüte

Selbst wenn Ausdrehen oder Reiben den geforderten Durchmesser erreicht, können Werkzeugspuren oder Rauheit für Dicht- oder Gleitkontakt ungeeignet sein.

Honen kann die Rauheit verringern und gleichzeitig eine kontrollierte Oberflächentextur erzeugen.

Wie funktioniert CNC-Honen?

Honen erfolgt gewöhnlich, nachdem der Großteil der Bearbeitung abgeschlossen ist.

Eine typische Fertigungsfolge kann so aussehen:

Bohren → Ausdrehen → Wärmebehandlung → Schleifen oder Reiben → Honen → Prüfung

Die genaue Reihenfolge hängt von Bauteil, Werkstoff, Toleranz und Produktionsanforderungen ab.

1. Bohrung vorbearbeiten

Die Bohrung entsteht zunächst durch Bohren, Ausdrehen, Reiben oder ein anderes Bearbeitungsverfahren.

Die vorbearbeitete Bohrung sollte bereits nahe am Endmaß liegen.

Honen ist ein Feinbearbeitungsverfahren; zu großes Aufmaß erhöht Bearbeitungszeit und Schleifmittelverbrauch.

2. Honwerkzeug auswählen

Die Werkzeugauswahl richtet sich nach:

  • Bohrungsdurchmesser
  • Bohrungslänge
  • Werkstoff
  • Härte
  • Erforderlichem Materialabtrag
  • Gewünschter Oberflächengüte
  • Geforderter Bohrungsgeometrie

Für Vor- und Fertighonen können unterschiedliche Schleifmittel und Körnungen eingesetzt werden.

3. Werkzeug aufweiten

Die Honsteine werden nach außen zugestellt, bis sie die Bohrungsinnenfläche berühren.

Ein kontrollierter Druck hält die Steine am Werkstück anliegend.

4. Rotation und Hubbewegung

Das Werkzeug rotiert und bewegt sich gleichzeitig in der Bohrung hin und her.

Diese Bewegung trägt kleine Materialmengen an Erhebungen ab und erzeugt einen Kreuzschliff.

5. Maßüberwachung

Je nach Anlage und Produktionsanforderung lässt sich der Bohrungsdurchmesser durch Prozessüberwachung, pneumatische Messung oder Maßprüfung zwischen den Honstufen überwachen.

6. Fertighonen

In der Endstufe können feinere Schleifmittel oder geringerer Bearbeitungsdruck den geforderten Oberflächenzustand erzeugen.

7. Reinigung und Prüfung

Das Bauteil wird gründlich von Schleifmittelresten und Bearbeitungsflüssigkeit gereinigt.

Anschließend lassen sich kritische Bohrungsmerkmale mit geeigneter Maß- und Oberflächenmesstechnik prüfen.

Maschinenarbeitsraum mit runden Bohrungsvorrichtungen und blauen Kühlschmierstoffdüsen

Was lässt sich durch Präzisionshonen steuern?

Honen wird häufig fälschlich nur als Möglichkeit betrachtet, eine Bohrung glatter zu machen.

Die Oberflächengüte ist wichtig; Maß- und Geometriekontrolle sind aber oft der wichtigere Grund für Präzisionshonen von Bohrungen.

Abhängig von Bauteilgeometrie, Werkstoff, Anlage und Bohrungsgröße kann Honen folgende Merkmale beeinflussen:

BohrungsmerkmalVerbesserung durch Honen
DurchmesserEndgültiger Innendurchmesser
RundheitKreisformgenauigkeit der Bohrung
ZylindrizitätGesamte räumliche Bohrungsform
GeradheitGerader Verlauf entlang der Bohrungsachse
KonizitätDurchmesseränderung zwischen den Enden
OberflächenrauheitSpitzen und Täler der Bohrungsoberfläche
KreuzschliffOberflächentextur zur Schmierstoffspeicherung
MaßkonstanzWiederholbarkeit zwischen Serienteilen

Erreichbare Werte sind stets anhand des tatsächlichen Durchmessers, des Länge-Durchmesser-Verhältnisses, des Werkstoffs, der Wanddicke, des Wärmebehandlungszustands und der Vorbearbeitung zu bewerten.

Sehr dünnwandige Teile, unterbrochene Bohrungen, Sacklöcher und extrem lange Bohrungen erfordern zusätzliche technische Prüfung.

Honaufmaß: Wie viel Material sollte verbleiben?

Das verbleibende Aufmaß vor dem Honen ist ein wesentlicher Faktor bei der Prozessplanung.

Normalerweise sollte Honen nur eine relativ geringe Materialmenge abtragen.

Bei zu geringem Aufmaß werden vorherige Werkzeugspuren oder Geometriefehler möglicherweise nicht vollständig entfernt.

Bei zu großem Aufmaß wird der Prozess unnötig langsam und teuer.

Das richtige Honaufmaß hängt ab von:

  • Bohrungsdurchmesser
  • Bohrungslänge
  • Werkstoff
  • Härte
  • Vorhandener Rundheit
  • Vorhandener Konizität
  • Wärmebehandlung
  • Geforderter Endtoleranz
  • Anforderung an die Oberflächengüte

Bei hochpräzisen Bauteilen sollte das Honaufmaß gemeinsam mit Ausdrehen, Schleifen und Wärmebehandlung geplant werden, statt Honen als isolierten letzten Schritt zu betrachten.

Oberflächengüte nach dem Honen

Ein Vorteil des Honens ist, dass die Oberflächentextur auf die Funktion der Bohrung abgestimmt werden kann.

Eine spiegelglatte Oberfläche ist nicht immer erwünscht.

Ein Motorzylinder benötigt beispielsweise mikroskopische Täler zur Schmierstoffspeicherung und ausreichend glatte Plateaus für den Kolbenringkontakt.

Deshalb erzeugt das Zylinderhonen meist einen kontrollierten Kreuzschliff, statt die Bohrung lediglich optisch glatt zu polieren.

Oberflächenanforderungen können mit folgenden Parametern angegeben werden:

  • Ra
  • Rz
  • Rpk
  • Rk
  • Rvk

Ra ist auf allgemeinen technischen Zeichnungen üblich; genauer definierte Funktionsflächen können zusätzliche Parameter erfordern.

Wenn Dichtung, Schmierung, Verschleiß oder Gleiten kritisch sind, sollte nicht nur ein extrem niedriger Ra-Wert ohne Berücksichtigung der benötigten Textur vorgegeben werden.

Was bedeutet Kreuzschliff in einer gehonten Bohrung?

Die sich kreuzenden Linien entstehen durch die kombinierte Dreh- und Hubbewegung des Honwerkzeugs.

Diese Textur heißt Kreuzschliff.

Sein Winkel wird vor allem durch das Verhältnis folgender Größen bestimmt:

  • Drehgeschwindigkeit
  • Hubgeschwindigkeit

Der Kreuzschliff dient nicht nur der Optik.

Bei Motorzylindern und Hydraulikkomponenten kann die Oberflächentextur Folgendes beeinflussen:

  • Schmierstoffspeicherung
  • Reibung
  • Einlaufen der Kolbenringe
  • Dichtungsverhalten
  • Verschleiß
  • Einlaufverhalten

Die richtige Kreuzschliffspezifikation hängt daher von der Bauteilfunktion ab.

Gängige Honverfahren

Je nach Bohrungsgeometrie und Produktionsanforderung stehen verschiedene Honverfahren zur Verfügung.

Konventionelles Bohrungshonen

Konventionelles Honen verwendet Honsteine an einem aufweitbaren Dorn.

Es wird häufig zum Präzisionsfinish zylindrischer Bohrungen eingesetzt.

Anwendungsbeispiele:

  • Hydraulikzylinder
  • Ventilkörper
  • Lagerbohrungen
  • Pleuel
  • Buchsen
  • Hülsen
  • Zahnradbohrungen

Einpasshonen

Beim Einpasshonen durchläuft das Werkzeug die Bohrung, statt bis zum Zielmaß wiederholt hin- und herzufahren.

Es kann sehr produktiv sein, wenn:

  • Die Ausgangsgeometrie bereits gut ist
  • Das Aufmaß vorhersehbar ist
  • Die Produktionsmengen hoch sind

Es bietet jedoch nicht bei jedem Bohrungsfehler dieselbe Korrekturfähigkeit wie konventionelles Honen.

Plateauhonen

Plateauhonen wird häufig bei Zylindern von Verbrennungsmotoren eingesetzt.

Es erzeugt relativ glatte tragende Plateaus und tiefere Täler zur Schmierstoffspeicherung.

Statt nur niedrige mittlere Rauheit anzustreben, wird der Prozess auf das funktionale tribologische Verhalten ausgelegt.

Langbohrungshonen

Lange Innenbohrungen, etwa in Rohren und Hydraulikzylindern, können spezielle horizontale Honanlagen erfordern.

Mit zunehmender Länge werden Werkzeugabstützung, Geradheit, Kühlschmierstoffzufuhr, Spanabfuhr und Maßkonstanz wichtiger.

Zylinderhonen

Zylinderhonen gehört zu den bekanntesten Honanwendungen.

Motorzylinderbohrungen müssen mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen:

  • Genauer Durchmesser
  • Gute Rundheit
  • Gute Geradheit
  • Kontrollierte Zylindrizität
  • Geeignete Oberflächentextur
  • Schmierstoffspeicherung

Nach dem Ausdrehen oder einer anderen Vorbearbeitung bringt Honen den Zylinder näher an die endgültigen Maß- und Oberflächenanforderungen.

Ein zu rauer Motorzylinder kann den Verschleiß beschleunigen; eine zu stark polierte Fläche hält Öl unter Umständen nicht ausreichend zurück.

Das Ziel des Zylinderhonens ist daher nicht einfach größtmögliche Glätte.

Es geht um die richtige Funktionsoberfläche.

Zylinderhonen wird auch bei Motorüberholungen eingesetzt, wenn eine Bohrung korrigiert oder für neue Kolbenringe vorbereitet werden muss.

CNC-Honen gegenüber Ausdrehen

Ausdrehen und Honen sind oft Teil desselben Fertigungsprozesses, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

MerkmalAusdrehenHonen
HauptzweckBohrung erweitern und positionierenPräzisionsfinish
AbtragsmechanismusEinschneidiges WerkzeugHonsteine
MaterialabtragMittel bis hochGering
GeometriekorrekturGutHervorragend bei bestimmten Bohrungsformfehlern
OberflächengüteGutSehr fein und steuerbar
FertigungsstufeZwischenbearbeitungEndbearbeitung

Ausdrehen legt normalerweise Position und ungefähres Endmaß der Bohrung fest.

Honen verbessert anschließend Geometrie und Oberfläche.

Bei vielen hochpräzisen Teilen ergänzen sich diese Verfahren, statt einander zu ersetzen.

CNC-Honen gegenüber Reiben

Reiben ist ein weiteres verbreitetes Verfahren zur Bohrungsfeinbearbeitung.

Eine Reibahle bringt mit mehreren Schneiden eine vorhandene Bohrung auf einen kontrollierten Durchmesser und verbessert ihre Oberfläche.

Reiben ist meist schneller und wirtschaftlicher, wenn Toleranz und Geometrie direkt damit erreichbar sind.

Honen wird interessanter bei Anforderungen wie:

  • Sehr genaue Bohrungsgeometrie
  • Bessere Rundheit
  • Korrektur der Konizität
  • Verbesserte Zylindrizität
  • Kontrollierte Oberflächentextur
  • Extrem feines Finish

Eine Reibahle folgt weitgehend der vorhandenen Bohrung; Honen kann bestimmte Geometriefehler stärker korrigieren.

Honen gegenüber Innenrundschleifen

Innenrundschleifen bearbeitet eine zylindrische Innenfläche mit einer rotierenden Schleifscheibe.

Beide Verfahren können hochpräzise Bohrungen herstellen, haben aber unterschiedliche Stärken.

Innenrundschleifen eignet sich gut für:

  • Gehärtete Werkstoffe
  • Größeren Materialabtrag
  • Genaue Innendurchmesser
  • Merkmale, die nach der Wärmebehandlung geschliffen werden müssen

Honen wird häufig gewählt, wenn:

  • Die Bohrungsgeometrie weitere Korrektur benötigt
  • Die Oberflächentextur besonders genau definiert sein muss
  • Nur noch wenig Aufmaß vorhanden ist
  • Rundheit, Zylindrizität oder Geradheit verbessert werden müssen

Bei anspruchsvollen Komponenten können Innenrundschleifen und Honen auch aufeinanderfolgen.

Schleifen bringt die Bohrung nahe an die Endgeometrie; Honen übernimmt die abschließende Maß- und Oberflächenkorrektur.

Honen gegenüber Läppen

Honen und Läppen sind abrasive Feinbearbeitungsverfahren, aber nicht austauschbar.

Honen verwendet gewöhnlich gebundene Honsteine, die mit kontrolliertem Druck am Werkstück anliegen.

Läppen verwendet typischerweise lose Schleifkörner zwischen Werkstück und Läppfläche.

Honen eignet sich besonders für präzise zylindrische Bohrungen.

Läppen wird häufig eingesetzt, wenn ebene, zylindrische oder zusammenpassende Flächen extrem feine Oberflächen und hohe Maßgenauigkeit benötigen.

Die Auswahl richtet sich nach Geometrie und Funktion des Bauteils, nicht allein nach dem niedrigsten erreichbaren Rauheitswert.

Für CNC-Honen geeignete Werkstoffe

Honen eignet sich für zahlreiche technische Werkstoffe.

Typische Beispiele:

Kohlenstoff- und legierter Stahl

Weit verbreitet in:

  • Hydraulikkomponenten
  • Wellen
  • Buchsen
  • Automobilteilen
  • Industriemaschinen

Wärmebehandelte Stähle können härtere Schleifmittelsysteme erfordern.

Edelstahl

Üblich in Medizin-, Lebensmittel-, Halbleiter-, Fluidtechnik und korrosionsbeständiger Ausrüstung.

Wegen ihrer Neigung zur Kaltverfestigung benötigen Edelstähle geeignete Schleifmittel und Schnittbedingungen.

Gusseisen

Gusseisen ist besonders bei Motoren und Kompressoren verbreitet.

Motorblöcke gehören zu den bekanntesten Beispielen.

Aluminium

Auch Aluminiumbohrungen können gehont werden. Schleifmittelauswahl, Schmierung und die Kontrolle des Zusetzens sind wichtig, da sich Aluminium anders als Eisenlegierungen verhält.

Titan und Hochleistungslegierungen

Titan- und Nickelbasislegierungen können wegen Härte, Wärmeverhalten und Zerspanungseigenschaften spezielle Werkzeuge und vorsichtige Prozessparameter erfordern.

Der Werkstoffzustand sollte daher bei jedem Angebot berücksichtigt werden; das gilt auch für Innenhonbearbeitung.

Typische Bauteile mit gehonten Bohrungen

Gehonte Innenflächen finden sich in vielen Präzisionskomponenten.

Typische Beispiele:

  • Hydraulikzylinder
  • Pneumatikzylinder
  • Motorzylinderbohrungen
  • Ventilkörper
  • Ventilhülsen
  • Schieberbohrungen
  • Lagergehäuse
  • Pleuel
  • Buchsen
  • Kompressorzylinder
  • Pumpenkomponenten
  • Zahnradbohrungen
  • Präzisionsrohre
  • Komponenten medizinischer Instrumente
  • Hydraulikkomponenten für die Luft- und Raumfahrt
  • Industriemaschinenkomponenten

In den meisten dieser Anwendungen erfüllt die Bohrung eine mechanische Funktion und bietet nicht nur Durchgang für ein Befestigungselement.

Diese Funktion macht die präzise Bohrungsgeometrie wichtig.

Gruppen polierter Hydraulikstangen mit Befestigungsaugen

Wann sollte Honen auf der Zeichnung stehen?

Nicht jede Präzisionsbohrung muss gehont werden.

Das Verfahren ist besonders nützlich, wenn Bohren, Ausdrehen oder Reiben allein die Funktionsanforderung nicht zuverlässig erfüllen.

Honen sollte in folgenden Fällen erwogen werden:

Die Bohrung bestimmt die Dichtfunktion.
Hydraulische und pneumatische Systeme können empfindlich auf Bohrungsgeometrie und Oberflächenzustand reagieren.

Die Bohrung führt ein bewegliches Präzisionselement.
Ventilschieber, Kolben, Wellen und Gleitelemente benötigen definierte Spiele.

Rundheit oder Zylindrizität sind kritisch.
Eine einfache Durchmessertoleranz kontrolliert die Bohrungsform nicht vollständig.

Die Oberfläche muss Schmierstoff speichern.
Zylinder- und Gleitanwendungen können eine kontrollierte Textur benötigen.

Die Bohrung wurde wärmebehandelt.
Wärmebehandlung kann Maßverzug verursachen, der abschließend korrigiert werden muss.

Die geforderte Oberflächengüte übersteigt normales Ausdrehen oder Reiben.

Eine lange Bohrung muss Maß und Geometrie über ihre gesamte Länge halten.

Nahaufnahme eines Metallbauteils mit zentraler Bohrung und ähnlichen Teilen im Hintergrund

Eine präzise gehonte Bohrung spezifizieren

Eine Zeichnung mit dem bloßen Hinweis „HONEN“ lässt viele wichtige Fragen offen.

Für kritische Anwendungen sollten die Funktionsanforderungen genauer definiert werden.

Bohrungsdurchmesser

Beispiel:

Ø25.000 ±0.005 mm

Dies legt die zulässige Maßabweichung fest.

Rundheit

Wenn Rundheit die Funktion beeinflusst, ist sie separat anzugeben; die Durchmessertoleranz allein ersetzt diese Vorgabe nicht.

Zylindrizität

Zylindrizität kann wichtig sein, wenn die gesamte Bohrungsfläche in einer eng definierten geometrischen Zone liegen muss.

Geradheit

Lange Hydraulik- oder Pneumatikbohrungen können eine ausdrückliche Geradheitsvorgabe erfordern.

Oberflächenrauheit

Oberflächenparameter und Wert angeben, statt nur „glatte Oberfläche“ zu schreiben.

Beispiel:

Ra ≤ 0.4 μm

Der passende Wert hängt von der tatsächlichen Anwendung ab.

Oberflächentextur

Bei Funktionszylindern müssen gegebenenfalls auch Kreuzschliffwinkel oder Anforderungen an das Plateauhonen definiert werden.

Bezugssystem

Muss die Bohrung zu einem anderen Merkmal ausgerichtet sein, sind geeignete geometrische Toleranzen zu den funktionalen Bezügen anzugeben.

Honen kann die Bohrung selbst verbessern, korrigiert aber nicht automatisch eine falsche Lage, sofern der Gesamtprozess nicht entsprechend ausgelegt ist.

Konstruktionshinweise für gehonte Bohrungen

Wird Honen bereits bei der Konstruktion berücksichtigt, lässt sich der Prozess deutlich erleichtern.

Werkzeugzugang vorsehen

Durchgangsbohrungen lassen sich meist leichter honen als Sacklöcher.

Bei Sacklöchern ist ausreichend Freiraum für Werkzeugüberlauf und Schleifmittelkontakt erforderlich.

Extrem dünne Wände vermeiden

Der Hondruck kann dünnwandige Teile verformen.

Nach dem Ausspannen kann sich ihr Maß dadurch ändern.

Bohrungsunterbrechungen berücksichtigen

Querbohrungen, Nuten, Anschlüsse und andere Unterbrechungen beeinflussen Schleifmittelkontakt und Werkzeugstandzeit.

Alle Bohrungsunterbrechungen sollten dem Hersteller bei der Angebotsanfrage mitgeteilt werden.

Geometrie vor dem Honen kontrollieren

Honen sollte große Bearbeitungsfehler nicht wirtschaftlich ausgleichen müssen.

Gute Vorbearbeitung verkürzt die Honzeit und verbessert die Konstanz.

Wärmebehandlung berücksichtigen

Wenn Wärmebehandlung die Bohrung verziehen kann, sollte vorher geschruppt und ausreichend Material für die anschließende Endbearbeitung belassen werden.

Prüfung der Bohrungsqualität

Eine präzise gehonte Bohrung ist anhand der tatsächlichen Zeichnungsanforderungen zu beurteilen.

Mögliche Prüfungen:

  • Innendurchmessermessung
  • Pneumatische Messung
  • Innenmessgeräte
  • Rundheitsmessung
  • Zylindrizitätsmessung
  • Rauheitsmessung
  • KMG-Prüfung
  • Funktionsprüfung mit Lehren

Eine einzelne Zweipunkt-Durchmessermessung zeigt Konizität, Mehrlappigkeit, Tonnenform oder andere Geometrieprobleme nicht zwangsläufig.

Bei kritischen Anwendungen muss das Prüfverfahren zur Funktionsanforderung passen.

Häufige Honprobleme und ihre Ursachen

Auch Präzisionsfinish kann schlechte Ergebnisse liefern, wenn Ausgangszustand oder Prozessparameter ungeeignet sind.

Übermäßige Konizität

Mögliche Ursachen:

  • Falsche Hublänge
  • Ungleichmäßige Verweilzeit
  • Fehlerhafte Werkzeugausrichtung
  • Ungünstige Ausgangsgeometrie

Aufgeweitete Bohrungsenden

Mögliche Ursachen sind zu großer Überlauf oder zu lange Verweilzeit des Schleifmittels am Bohrungseingang.

Unzureichende Rundheit

Mögliche Ursachen:

  • Werkstückverformung
  • Fehlerhafte Spannung
  • Zu geringes Aufmaß
  • Unterbrochene Bohrungsgeometrie

Schwankende Oberflächengüte

Mögliche Ursachen sind:

  • Ungeeignete Schleifmittelauswahl
  • Verschlissene Honsteine
  • Verunreinigte Honflüssigkeit
  • Falsche Geschwindigkeit
  • Falscher Druck
  • Schwankender Werkstoffzustand

Eingelagertes Schleifmittel oder Verunreinigungen

Präzisionskomponenten müssen nach dem Honen gründlich gereinigt werden, insbesondere für Hydraulik, Medizintechnik, Halbleitertechnik und andere verunreinigungsempfindliche Systeme.

Welche Angaben benötigt ein Honanbieter?

Bei einer Anfrage für CNC-Honleistungenreicht die Angabe des gewünschten Durchmessers normalerweise nicht aus.

Erforderliche Angaben:

Damit kann der Fertiger beurteilen, ob Honen notwendig ist und wie die Vorbearbeitung geplant werden sollte.

Ausdrehen, Reiben, Schleifen oder Honen wählen

Es gibt kein Verfahren, das für jede Bohrung am besten ist.

Die richtige Wahl hängt von folgender Kombination ab:

Maß + Geometrie + Oberfläche + Werkstoff + Kosten

Wählen Sie Ausdrehen für genaue Bohrungsposition und größeren Materialabtrag.

Wählen Sie Reiben , wenn ein wirtschaftlicher, wiederholbarer Enddurchmesser und eine gute Oberfläche genügen.

Wählen Sie Innenrundschleifen bei gehärtetem Werkstoff oder größerem abrasivem Materialabtrag.

Wählen Sie Präzisionshonen von Bohrungen , wenn Bohrungsgeometrie und Oberfläche noch genauer kontrolliert werden müssen.

Für besonders anspruchsvolle Bauteile können mehrere dieser Verfahren kombiniert werden.

CNC-Honen für Präzisionsteile

Der Nutzen des Honens beschränkt sich nicht auf eine glattere Bohrung.

Sein wesentlicher Vorteil liegt darin, eine vorbearbeitete Bohrung in eine kontrollierte Funktionsfläche zu verwandeln.

Bei Hydraulikzylindern, Ventilkörpern, Lagerbohrungen, Hülsen, Motorkomponenten und anderen Präzisionsteilen kann das gleichzeitig Durchmesser, Rundheit, Konizität, Zylindrizität, Geradheit und Textur verbessern.

Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Honbearbeitung von Bohrungen als Teil des gesamten Fertigungsprozesses eingeplant wird und nicht erst nachträglich hinzukommt.

Bei 6CNC lassen sich Präzisionsbearbeitungsprojekte anhand vollständiger Zeichnungen und Funktionsanforderungen bewerten: Bohrungsgeometrie, Toleranzen, Werkstoffzustand, Vorbearbeitung, Prüfanforderungen und endgültige Oberflächenspezifikationen.

Benötigt Ihr Bauteil präzise Innendurchmesser oder kontrollierte Bohrungsoberflächen, senden Sie uns Ihre CAD-Dateien und Zeichnungen für eine technische Prüfung und ein Angebot.

Häufig gestellte Fragen

Was ist CNC-Honen?

CNC-Honen ist ein abrasives Präzisionsfinish vor allem für zylindrische Innenflächen. Ein Honwerkzeug rotiert und oszilliert in einer vorhandenen Bohrung, während Honsteine geringe Materialmengen abtragen. Das kann Durchmesser, Rundheit, Zylindrizität, Geradheit und Oberfläche verbessern.

Ist Honen genauer als Reiben?

Honen bietet meist größere Möglichkeiten, Geometrie und Oberfläche zu verbessern. Reiben ist bei weniger anspruchsvollen Bohrungen oft schneller und wirtschaftlicher. Die Wahl hängt von Durchmesser- und Geometrietoleranzen, Werkstoff und Oberflächenanforderungen ab.

Wie viel Material trägt Honen ab?

Honen trägt normalerweise ein relativ kleines Feinbearbeitungsaufmaß ab. Das richtige Aufmaß hängt von Bohrungsgröße, Länge, Werkstoff, Härte, Ausgangsgeometrie und Endtoleranz ab. Es ist daher bei der Prozessplanung festzulegen und kein fester Universalwert.

Kann Honen eine unrunde Bohrung korrigieren?

Ja. Die Rundheitskorrektur ist ein wesentlicher Vorteil des Präzisionshonens. Das mögliche Ausmaß hängt von der Größe des Fehlers und dem verfügbaren Materialaufmaß ab.

Kann Honen Konizität korrigieren?

Ja. Kontrolliertes Honen kann Konizität reduzieren. Hublänge, Verweilposition, Schleifdruck, Werkzeuge und Ausgangsgeometrie beeinflussen das Ergebnis.

Was unterscheidet Honen und Ausdrehen?

Ausdrehen erweitert und positioniert eine vorhandene Bohrung mit einem Schneidwerkzeug. Honen ist meist eine spätere Feinbearbeitung, die viel weniger Material abträgt und endgültige Geometrie und Oberfläche verbessert.

Was ist Zylinderhonen?

Zylinderhonen ist die Präzisionsfeinbearbeitung einer Motorzylinder- oder anderen zylindrischen Bohrung mit Honsteinen. Es kontrolliert die Geometrie und erzeugt eine funktionale Textur, häufig mit Kreuzschliff zur Schmierstoffspeicherung.

Welche Oberflächengüte kann Honen erreichen?

Honen kann sehr feine Oberflächen erzeugen, doch die Vorgabe sollte zur Bauteilfunktion passen. Werkstoff, Schleifmittel, Vorbearbeitungszustand, Bohrungsgeometrie und Honparameter bestimmen die erreichbare Güte.

Können Sacklöcher gehont werden?

Ja, viele Sacklöcher lassen sich honen. Werkzeugzugang und Überlauf sind dabei wichtige Konstruktionspunkte. Die Geometrie am Bohrungsgrund sollte vor Festlegung des Fertigungsprozesses geprüft werden.

Welche Teile benötigen häufig präzise gehonte Bohrungen?

Typische Anwendungen sind Hydraulikzylinder, Ventilkörper und -hülsen, Motorzylinder, Pleuel, Lagergehäuse, Buchsen, Kompressor- und Pumpenteile, Zahnradbohrungen, Präzisionsrohre, Hydraulikteile für die Luft- und Raumfahrt sowie Medizinprodukte.

Wann sollte ich Innenhonbearbeitung anfragen?

Innenhonen ist sinnvoll, wenn der Durchmesser allein die erforderliche Funktion nicht beschreibt und zusätzlich Rundheit, Zylindrizität, Geradheit, Konizität, Dicht- oder Gleitverhalten oder Oberflächentextur eng kontrolliert werden müssen.